Land der Hildegard - Hildegard von Bingen

Historisches Museum am Strom Hildegard von Bingen

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Kindheit

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Die früheste Kindheit Hildegards liegt weitestgehend im Dunkeln. Vertraut man ihren eigenen Angaben und denen ihres Biografen Wibert, wurde sie im Jahr 1098 als zehntes Kind der edelfreien Hildebert und Mechthild geboren. Nach christlich-jüdischem Brauch sei Hildegard zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt als „Zehnte“ Gott geweiht worden. Schon in jungen Jahren habe sie eine frühe Reife gezeigt und sei allem Fleischlichen abgeneigt gewesen. Folgt man den Quellen weiter, verlebte Hildegard keine unbeschwerte und sorgenfreie Kindheit: Mehrfach wird in der Vita berichtet, sie sei schon früh von schmerzhaften Krankheiten geplagt worden, so dass sie „äußerst selten ihre Füße zum Gehen nutzte“. Sie selbst schreibt, sie habe „viele äußere Dinge nicht (gekannt), wegen der häufig auftretenden Erkrankung, die ich von der Muttermilch an bis heute ertragen habe, die mein Fleisch mürbe machte und durch die meine Kräfte nachließen“.

Hildegards Kindheit ist von einer weiteren außergewöhnlichen Erfahrung geprägt: „In meinem dritten Lebensjahr sah ich ein so großes Licht, dass meine Seele erzitterte, aber wegen meiner Kindlichkeit vermochte ich nichts davon vorzubringen.“. Später, schreibt sie, habe sie sich ihrer Amme anvertraut und diese gefragt, ob sie, abgesehen von den äußerlich sichtbaren Dingen, noch irgendetwas sähe. Als diese verneinte, erkannte Hildegard, dass diese innere Schau etwas Außergewöhnliches und allein für sie wahrnehmbar war. Sehr persönlichen teilt sie uns an einer anderen Stelle der Vita mit:

„Wenn aber die Kraft der Schau, in der ich mich mehr in der Art eines Kleinkindes als meinem Lebensalter entsprechend aufführte, ein wenig nachließ, errötete ich sehr und weinte oft (…). Denn wegen der Furcht, die ich vor den Menschen hatte, wagte ich niemandem zu sagen, auf welche Art ich schaute.“.

Das Bild, das diese Aussagen zeichnen, ist das eines Mädchens, das aufgrund seiner so außergewöhnlichen Erfahrungen, die es von allen anderen Kindern und Erwachsenen unterschied, zutiefst verunsichert war. Auch ihre körperliche Schwäche trennt sie von ihren Altersgenossen.