Land der Hildegard - Hildegard von Bingen

Pfarrkirche Eibingen

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Melodien

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Unter den 77 Gesängen, die Hildegard von Bingen komponierte, sind 43 Antiphone (Wechselgesänge), 18 Responsorien (Antwortgesänge), 6 Sequenzen, 4 Hymnen (Lobgesänge), 3 hymnenartige Gesänge, ein Kyrie, ein Allelujah sowie das Singspiel Ordo virtutum. Obwohl sie diese gebräuchlichen Bezeichnungen verwendete, weicht sie in der Gestaltung der Melodien häufig von der üblichen Form ab. Von Musikwissenschaftlern wird ihr Werk mitunter deshalb als außergewöhnlich und eigenwillig in den Kompositionen bezeichnet, doch in dem Punkt, worin das Neuartige besteht, herrscht keine Einigkeit. Die Melodien der kirchlichen Musik waren im Mittelalter durch den Sprachrhythmus geprägt und wurden als „gregorianischer Choral“ bezeichnet. Um die Jahrtausendwende war der „authentische“ Bestand des Chorals abgeschlossen; für jüngere Werke verwendet man die Begriffe „mittelalterlicher Choral“ oder „Spätgregorianik“. Das Problem bei Hildegards musikalischem Werk liegt vor allem darin, dass kaum zeitgleiches Vergleichsmaterial erforscht ist. Deshalb können die Eigenarten ihres Werks, die es vom besser untersuchten gregorianischen Choral unterscheiden, nicht zweifelsfrei Hildegards persönlichem Stil zugeordnet werden. Zu diesen Unterschieden gehören ein Tonumfang von eineinhalb bis zu zwei Oktaven und große Intervallsprünge. Melodien wiederholt Hildegard selten in derselben Weise, sondern passt sie dem Text an. Besonders ihre Hymnen, Sequenzen und Responsorien weichen in Länge und Schwierigkeitsgrad von denen des gregorianischen Chorals ab. Einige neuere Erkenntnisse haben, so Karlheinz Schlager, das Bild von Hildegards andersartigen Kompositionen inzwischen etwas nivelliert, doch durch ihre bildhafte Sprache gab sie den Gesänge zweifellos ihre eigene „Note“.