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In den historischen Quellen findet man Ingelheim seit dem 8. Jahrhundert, und noch heute zeugen viele Bauwerke von der langen und ereignisreichen Geschichte des Ortes. Seit 835 ist der Anbau von Wein an den Hanglagen um die Stadt überliefert, weshalb sich Ingelheim heute selbst als „Die Rotweinstadt“ bezeichnet. Seine Bedeutung im Mittelalter erlangte der Ort aber durch die von Karl dem Großen gegründete Kaiserpfalz. 774 weilte er erstmals hier und ab 807 wird der Ort als palatium, als Pfalz, bezeichnet. In karolingischer, ottonischer und frühsalischer Zeit war die Kaiserpfalz Schauplatz von Hoftagen, Reichsversammlungen und anderen repräsentativen Ereignissen, dann schwand ihre Bedeutung langsam.
Aus der Herrschaftszeit des Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) ist nur ein Besuch in Ingelheim überliefert: Vermutlich im Jahr 1154 traf er sich hier mit Hildegard von Bingen, die schon kurz nach seiner Krönung 1152 Kontakt zu ihm aufgenommen hatte. Über was sie sprachen ist nicht überliefert, doch sicher gab Hildegard dem Kaiser Ratschläge für eine gute und gerechte Amtsführung mit auf den Weg, wie sie es auch in ihren Briefen tat.
Von der Kaiserpfalz können heute eindrucksvolle Überreste besichtigt werden. Aus karolingischer Zeit stammt die Aula regia, die Königshalle, ein ehemals farbig gestalteter rechteckiger Saal mit halbrunder Apsis. Die Saalkirche erhielt zur Zeit Hildegards im 12. Jahrhundert ihre heutige Form. Auch das Heidesheimer Tor und weitere Befestigungselemente stammen aus staufischer Zeit. Das Besucherzentrum / Museum bei der Kaiserpfalz bietet u.a. die Möglichkeit mittels virtuellen Rekonstruktionen einen Eindruck vom Aussehen der Pfalz in den verschiedenen Zeitabschnitten zu bekommen.